Big bad Buckelbaer


Seit etwas ueber einer Woche bin ich nun in Pukenui, was ziemlich weit oben im Norden Neuseeland liegt (es gibt genau einen Laden, ein Pub und sonst nuescht, aber ich geniesse das sehr). Hier arbeite ich auf einer Mandarinenfarm. Lustigerweise sind von den 12 anderen Leuten, die auch hier arbeiten, 11 aus Deutschland. Ich wohne jetzt mit 3 anderen (marion und didi aus suedtirol und matthias aus koeln) in einer kleinen Huette im Pukenui Holiday Park. Jeden Morgen um halb acht fahren wir zur Mandarinenfarm und pfluecken bis um fuenf fruechte. Die ersten Tage waren echt anstrengend, da sich der Koerper erstmal an das Gewicht der Freuchte, dass man in einem grossen beutel vorm Bauch traegt, gewoehnen muss. Somit hatten wir alle am dritten Tag einen ordentlichen Buckelbaer, was in Suedtirol Rueckenschmerzen heisst. Auch sind wir alle schon ziemlich braun (ok, ich eher beige), denn die Sonne scheint uns den ganzen Tag in's Gesicht. Aber ich bin froh, hier arbeiten zu koennen. Ich wollte ja hier auch etwas machen, was ich in Deutschland nicht machen wuerde, und wo wachsen bei uns schon Mandarinen?

An unseren freien Tagen waren wir am Ninety Mile Beach joggen. Der Beach ist nicht weit entfernt von der Unterkunft und, wie der Name schon sagt, 90 Meilen lang. Die Wellen sind riesig, so dass man dort nicht baden kann. Aber es ist wunderschoen und bis auf ein paar Kuhe (seltsamer Anblick, Kuehe direkt am Meer) waren wir die einzigen dort. Abends packt uns immer das Spielfieber. Wir spielen Rommee, Raeuberromme, Waten, Doppelkopf und Poker. Matthias ist unser Lehrer, leider gewinnt er auch immer, was natuerlich unseren Ehrgeiz anheizt und wir jede Nacht ziemlich lange spielen. Wir haben auch schon ein Barbeque veranstaltet, mussten aber leider feststellen, dass das Fleisch in Neuseeland eher nicht so toll ist. Heute versuchen wir es aber nochmal.

Dieses Wochenende haben wir wieder frei und sind gerade in Kaitaia, der naechstgrosseren Stadt hier in der Gegend. Morgen gehen wir reiten, am Strand. Ich denke, dass ich noch bis Mitte Mai hier arbeite und Geld verdiene und dann weiter reise. 

20.4.07 04:23, kommentieren

Lovely little island


So, nachdem ich eine Weile nicht mehr geschrieben habe, jetzt mal das Update. Ich habe so viel erlebt in der letzten Woche. Also:

Nach einer Woche in Te Puke, in der es nur geregnet hat, habe ich beschlossen, zurueck nach Auckland zu fahren und neue Plaene zu schmieden. Die Brasilianer wollten dort bleiben, also haben wir den letzten gemeinsamen Abend ordentlich zelebriert, mit Bier, Eiscreme und dem brasilianischen Kartenspeil "Truko". Aber die Brasilianer spielen natuerlich nicht einfach nur Karten. Es wurde geschrien, getanzt und natuerlich ordentluch geblufft .  Ein lustiger Abend.

Am naechsten Morgen bin ich dann mit dem Bus nach Auckland gefahren. Die Fahrt dauerte ganze 6 Stunden (mit dem Auto 2). Man muss hier auch einen Tag vorher anmelden, wann man wohin fahren will und dann auch genau diesen Bus nehmen. Die Fahrt war aber sehr schoen, durch tolle Landschaften und kleine Staedte, die irgendwie alle gleich aussehen: Sehr bunt, sehr amerikanisch und es gibt nichts historisches zu sehen.

In Auckland habe ich ueberlegt, was ich als naechstes machen koennte. Ich entschied mich fuer's Wwwoofing, das bedeutet willing workers on organic farms und heisst, dass man fuer Unterkunft und Essen auf einer Oekofarm lebt und integriert wird und dafuer dort hilft. Ich rief verschiedene Farmen auf Waiheke Island an, einer kleinen Insel 35 Minuten von Auckland entfernt, auf der viele Kuenstler und Alternative leben. Nach einigen Telefonaten habe ich dann meinen Platz bei Roberta gefunden, einer netten aelteren Frau, die vor 30 Jahren aus Kanada nach Neuseeland kam. Den letzten Abend vor der Fahrt auf die Insel habe ich mit einem deutschen Medizinstudenten und einer Flasche Wein am Hafen von Auckland verbracht (nachdem wir in unserem Hostel einen ziemlich verrueckten australischen Film gesehen haben).

Am naechsten Morgen ging es dann los nach Waiheke. Schon als ich von der Faehre runterging habe ich mich in die Insel verliebt. Einfach traumhaft, so nah an Auckland und trotzdem fern von all der Hektik und dem Konsumterror. Robertas Haus habe ich schnell gefunden. Ein schoenes Haus, mit einem herrlichen Garten und Blick auf's Meer. Auch mit Batman, ihrem schwarzen Kater, habe ich mich gleich angefreundet. Nach einem leckeren Essen habe ich dann ein bisschen im Garten geholfen, weeding, also Unkraut rupfen. Abends gabs dann lecker Kuchen vor dem Fernseher, ich wurde wirklich verwoehnt. Meine naechste Arbeit bei Roberta, an der ich dann auch mehrere Tage gearbeitet habe, war ein Mosaik im Style von Hunderwasser in Robertas Kueche. Sie ist grosser Fan des Kuenstlers und ich konnte mich kuenslterisch austoben. Was am Ende dabei herauskam, konnte sich wirklich sehen lassen. Roberta gab sich aber auch viel Muehe, dass ich was von der Insel sehe. Ich habe eine Wanderung mit einem ihrer Freunde ueber die Insel gemacht. Er ist sehr reich und hat ueberall auf der Insel hoelzerne Baenke und Tische aufstellen lassen. Die Wanderung fuehrte vorbei an traumhaften Hausern im Bauhaus-Stil, alle mit Meerblick, schmacht.

Zur gleichen Zeit fand auf Waiheke das jaehrliche Jazz-Festival statt, 5 Tage Jazz all day and night long. Roberta meinte, man koennte dort als Volunteer arbeiten und dafuer kostenlos in alle Konzerte. Gesagt getan, wir beide wurden Volunteers und ich hab Freitag und Samstag Tickets verkauft und konnte dafuer an jedem Tag auf's Festival. Es hat riesigen Spass gemacht, die Leute dort waren unheimlich nett. Ich habe viele Leute der Insel kennengelernt und ausserdem die Veranstalter des Festivals aus L.A. Und eine andere Anna aus Deutschland, die auch als Volunteer auf dem Festival war. Alle meinten, wir sehen auch noch gleich aus und verwechselten uns .

An einem anderen Abend war ich zum spiritual Cinema. Dort gab es erst interessante Kurzfilme und dann einen Liebesfilm, der in Seattle gespielt hat und "Expiration Date" hiess. Und gestern, zum Ostersonntag, war ich in der Kirche, der living waters Church. Eigentlich war es nur ein Raum in einem Haus am See. Es war eine interessante Erfahrung und nicht vergleichbar mit unseren Kirchen. Zuerst wurde sehr lange gesungen, Gospels und froehliche Lieder. Danach haben einige Gemeindemitglieder erzaehlt, was Ostern fuer sie persoenlich bedeutet. Zwischendurch riefen immer alle "Jesus' und 'thank you Lord". Dann wurde aus der Bibel gelesen, worauf am Ende der Pfarrer (der aus Holland kommt) und die meisten Leute der Gemeinde weinten. So etwas erlebt man bei uns doch sehr selten.

Auf der Insel waren auch einige Moenche aus Tibet zu Besuch, um an einem grossen Mandala aus Sand zu arbeiten. Nachdem sie es in dreimonatiger Arbeit fertig gestaltet hatten, wurde es letzte Woche in einer Zeremonie im hiesigen Marae (das ist die Versammlungsstaette der Maori) dem Meer zurueck gegeben. Ich habe mir den Anfang der Zeremonie angesehen, dann musste ich leider zur Arbeit gehen. Es ein tolles, farbenpraechtiges Mandala.

Gestern war der letzte Festival-Abend. Nach dem Konzert waren wir alle noch in einer Kneipe und haben mit den Band-Leuten getanzt. Ich habe auch noch einen netten Kiwi kennengelernt, vielleicht kann ich auf der Insel besuchen, denn eigentlich ware ich gerne noch dort geblieben .

Jetzt sitze ich wieder im Hostel in Auckland und erledige noch ein paar Dinge, bevor es dann morgen ganz hoch in den Norden, nach Pukenui geht, zum naechsten Abenteuer. Heute Abend wollen wir mit den L.A. Leuten zum Bar Hopping  hier in Auckland. Bin gespannt.

2 Kommentare 9.4.07 02:34, kommentieren

In the whop whops...



was soviel bedeutet wie: mitten in der pampa. Da bin ich jetzt naemlich. Gestern Nachmittag bin ich mit 4 Brasilianern aus Auckland abgereist. Es dauerte eine halbe Stunde, bis alle Sachen, Koffer etc. im Auto verstaut waren. Divese Gepaeckstuecke mussten auf den Schos genommen werden, dann ging los, drei Stunden Fahrt durch die wundeschoene Landschaft Neuseelands.

Der Ort, in dem wir jetzt sind, heisst Pukahina, in der Naehe von Te Puke. Das Haus, in dem Freunde der Brasilianer leben, ist mitten am Meer, wirklich ein Traum. Dort haben wir uebernachtt, heute wollen wir eientlich etwas eigenes suchen. Leider verstehe ich kaum portugiesisch, so dass ich mich in Geduld ueben kann, denn ich weiss meistens nicht, was als naechstes passiert, was die Leute vorhaben.

Heute frueh ging es dann zum Training in ein Kiwipackhaus. Am Eingang bewerben und schon geht das Training los. Was ich am Anfang nicht mitbekommen habe: Die Arbeit geht 14 Stunden am Stueck, 6 Tage die Woche. Und es ist noch nicht sicher, wann es wirklich losgeht, man muss erst warte, bis die Kiwis reif sind und fertig zum verpacken. Deshalb kann es sein, dass wir uns morgen schon wieder woandes berwerben. Naja, abwarten...ich bin gepannt. Auf jeden Fall habe ich schon einen Job fuer Ende April sicher,


 

27.3.07 03:34, kommentieren

Sweet as


Im Moment stagniert es hier ein bisschen. Ich habe mich bei verschiedenen Stellen beworben, aber eh man da erfaehrt, ob es klappt, muss man warten. Oder man braucht ein Auto. Oder es gibt keine Unterkunft. Puh. Deshalb habe ich meinen Aufenthalt hier im ACB verlaengert und bin immernoch in Auckland.


Gestern habe ich die Kiwi Exoerience Tour durch Auckland mitgemacht. Nachdem wir die Harbour Bridge bestiegen haben, wurde uns gleich noch die Moeglichkeit zum Bungee jumpen angeboten. Einige waren mutig, ich (noch) nicht. Danach sind wir auf den North Head gestiegen, von wo aus man einen Blick ueber die Stadt und auf den Vulkan Rangi Toto hat. Und anschliessend gab es fish n chips (auch fush n chups genannt). Hier sagt man uebrigens nich cool, sondern sweet. Das wurde dann im Bus geuebt. Sweet.

Heute war ich an einem echten Traumstrand, dem Cheltenham Beach im Stadtteil Devonport. Den erreicht man mit der Faehre und bekommt so gleich mal einen herrlichen Blick auf die Skyline von Auckland.

Hier im ACB habe ich ein paar Brasilianer kennengelernt. Wir haben zwar etwas verstaendigungsprobleme, aber wenn ich es richtig verstanden habe, koennte ich mit denen naechste Woche zur Kiwiernte nach Te Puke fahren. Waer gut, wenn das klappt.

Was mir gestern passiert ist: Ich habe mich aus dem Zimmer ausgeschlossen (Schluessel drin gelassen) und wurde mehrmalsbeinahe ueberfahren (verdammter linksverkehr). 

24.3.07 07:04, kommentieren

Meine Reise in's Land der grossen weissen Wolke


Letzten Samstag startete mein Abenteuer Neuseeland. Nach Wochen der Planung und Vorbereitung ging es nun endlich los. Mit einem riesigen Rucksack und diversen kleineren Behaengen wurde ich zum Bahnhof gebracht, wo mich Kathi und Leander noch verabschiedeten. Bis zur letzten Minute hab ich versucht, Ballast loszuwerden und mein Make-up Kathi vermacht (Ok, 2 verschiedene Make-ups sind fuer eine Reise als Backpacker vielleicht doch zu viel, musste also Prioritaeten setzen).

 

Die Fahrt nach Muenchen lief entspannt. Nach dem Check-In (der Rucksack wog ueberraschenderweise doch 'nur' 18 Kilo) bestieg ich also den Thai Air Flieger. Der Flug nach Bangkok war angenehm, es gab zwar einige Turbulenzen, aber in so einem Riesigen Flugzeug merkt man das kaum. Auch das Essen war richtig gut. Ein asiatischer Steward fand mich scheinbar besonders witzig, jedesmal, wenn er vorbeikam, kicherte er und sagte irgendetwas, das ich nicht verstand .

Nach 11 Stunden erreichten wir Bangkok. Ich hab mir den Flughafen angesehen und mich dann auf ein Sofa gelegt, aber an schlafen war auch hier nicht zu denken. Nach 6 Stunden ging es dann weiter nach Auckland, wieder 12 Stunden Flug . Auch diesmal konnte ich nicht schlafen. Mittlerweile stanken die Klamotten, die Haare waren fettig und ich hatte riesige Augenringe.

In Auckland angekommen, wurden erstmal die Formalitaeten erledigt. Mit dem Visa klappte alles problemlos, ich musste auch keinen Kontoauszug zeigen. Nachdem ich mein Gepaeck abgeholt und auf den Ruecken verfrachtet hatte (gefuehlte 30 Kilo) wurde ich von einem Polizisten gestoppt, der mir erstmal ein paar Fragen stellte und irgendwas in sein Notizbuch notierte. Ich musste erzaehlen, was ich in Neuseeland machen will, ob ich warme Sachen mithabe und wo genau Halle liegt. Ausserdem darf man auf keinen Fall Obst schmuggeln, das wird gleich mit hohen Strafen geahndet.

Draussen stellte ich dann fest, dass ich viel zu viel anhatte, es war sehr warm und sonnig. Ich war ziemlich fertig und wollte erstmal ins Bett. Der Busfahrer hielt direkt vorm ACB (Auckland Central Backpackers), der Jugendherberge, die 10 Stockwerke hoch ist. Das Zimmer teile ich mit anderen, die Besetzung wechselt taeglich. Im ACB gibt es eine grosse Internet Lounge, eine Kueche, Fernsehraume und diverse Bars und Discotheken. Nachdem ich mich etwas ausgeruht habe, bin ich erstmal durch Auckland Downtown spaziert. Auckland ist flaechenmaessig die drittgroesste Stadt der Welt ('we dont't build up, we build down). Die Haeuser hier in der Queenstreet sind allerding schon sehr hoch. Die Stadt ist vom Meer umgeben und es gibt diverse Straende. Einen habe ich auch schon bescuht, den Mission Bay Beach. Das Waser ist klar und warm und ich habe Seesterne und grosse Muscheln gefunden. Baden tut allerdings niemand, wahrscheinlich ist es fuer Kiwis schon zu kalt, was ich eigentlich nicht finde. Das Wetter wechselt hier unglaublich schnell. Wenn eben noch die Sonne schien, kann es in der naechsten Minute schon regnen und kurz darauf ist wieder alles klar am Himmel. So hab ich das Wetter unterschatzt und am naechsten Tag erstmal Halsschmerzen bekommen.

Gestern gab es dann eine Einfuehrungsveranstaltung mit viel Wissenswertem rund um Neuseeland, arbeiten, reisen etc. Dabei konnten wir unsere Steuernummer beantragen. Dann hab ich noch ein Kobto eroeffnet. Die Menschen hier sind sehr nett und hilfsbereit und immer zu einem Gespraech aufgelegt. Alles verstehe ich noch nicht, aber das wird schon.

Fuer meinen ersten Job habe ich mich im Internet auch schon beworben: Apfelernte in Hawkes Bay, da moechte ich unbedingt zuerst hin. Ich habe dann mit dem Farmbesitzer telefoniert und kaum was verstanden. Auf jeden Fall klappt das nicht, weil er keine Uebernachtungsmoeglichkeiten hat. Jetzt bewerbe ich mich bei einer Kiwifarm in der selben Gegend.

Morgen werde ich eine Kiwi Experience Bustour durch Auckland mitmachen und Samstag wahrscheinlich Richtung Hawkes Bay reisen. Das tut man hier vor allem mit dem Bus, das Bahnnetz ist nicht so gut ausgebaut. Man kauft ein Ticket, das fuer ganz Neuseeland gilt und eine bestimmte Anzahl von Stunden hat, die dann nach und nach abgezogen werden. 


 

By the way habe ich auch schon ein Kartentelefon im ACB ruiniert . Naja, jedenfalls hab ich die Karte so reingesteckt, dass sie dann festklemmte und sich auch mit einer Pinzette nicht mehr rausoperieren liess. Als ich spaeter nochmal nachgeshen hab, war es aber wieder OK, huestel.

 

22.3.07 12:31, kommentieren