Lovely little island


So, nachdem ich eine Weile nicht mehr geschrieben habe, jetzt mal das Update. Ich habe so viel erlebt in der letzten Woche. Also:

Nach einer Woche in Te Puke, in der es nur geregnet hat, habe ich beschlossen, zurueck nach Auckland zu fahren und neue Plaene zu schmieden. Die Brasilianer wollten dort bleiben, also haben wir den letzten gemeinsamen Abend ordentlich zelebriert, mit Bier, Eiscreme und dem brasilianischen Kartenspeil "Truko". Aber die Brasilianer spielen natuerlich nicht einfach nur Karten. Es wurde geschrien, getanzt und natuerlich ordentluch geblufft .  Ein lustiger Abend.

Am naechsten Morgen bin ich dann mit dem Bus nach Auckland gefahren. Die Fahrt dauerte ganze 6 Stunden (mit dem Auto 2). Man muss hier auch einen Tag vorher anmelden, wann man wohin fahren will und dann auch genau diesen Bus nehmen. Die Fahrt war aber sehr schoen, durch tolle Landschaften und kleine Staedte, die irgendwie alle gleich aussehen: Sehr bunt, sehr amerikanisch und es gibt nichts historisches zu sehen.

In Auckland habe ich ueberlegt, was ich als naechstes machen koennte. Ich entschied mich fuer's Wwwoofing, das bedeutet willing workers on organic farms und heisst, dass man fuer Unterkunft und Essen auf einer Oekofarm lebt und integriert wird und dafuer dort hilft. Ich rief verschiedene Farmen auf Waiheke Island an, einer kleinen Insel 35 Minuten von Auckland entfernt, auf der viele Kuenstler und Alternative leben. Nach einigen Telefonaten habe ich dann meinen Platz bei Roberta gefunden, einer netten aelteren Frau, die vor 30 Jahren aus Kanada nach Neuseeland kam. Den letzten Abend vor der Fahrt auf die Insel habe ich mit einem deutschen Medizinstudenten und einer Flasche Wein am Hafen von Auckland verbracht (nachdem wir in unserem Hostel einen ziemlich verrueckten australischen Film gesehen haben).

Am naechsten Morgen ging es dann los nach Waiheke. Schon als ich von der Faehre runterging habe ich mich in die Insel verliebt. Einfach traumhaft, so nah an Auckland und trotzdem fern von all der Hektik und dem Konsumterror. Robertas Haus habe ich schnell gefunden. Ein schoenes Haus, mit einem herrlichen Garten und Blick auf's Meer. Auch mit Batman, ihrem schwarzen Kater, habe ich mich gleich angefreundet. Nach einem leckeren Essen habe ich dann ein bisschen im Garten geholfen, weeding, also Unkraut rupfen. Abends gabs dann lecker Kuchen vor dem Fernseher, ich wurde wirklich verwoehnt. Meine naechste Arbeit bei Roberta, an der ich dann auch mehrere Tage gearbeitet habe, war ein Mosaik im Style von Hunderwasser in Robertas Kueche. Sie ist grosser Fan des Kuenstlers und ich konnte mich kuenslterisch austoben. Was am Ende dabei herauskam, konnte sich wirklich sehen lassen. Roberta gab sich aber auch viel Muehe, dass ich was von der Insel sehe. Ich habe eine Wanderung mit einem ihrer Freunde ueber die Insel gemacht. Er ist sehr reich und hat ueberall auf der Insel hoelzerne Baenke und Tische aufstellen lassen. Die Wanderung fuehrte vorbei an traumhaften Hausern im Bauhaus-Stil, alle mit Meerblick, schmacht.

Zur gleichen Zeit fand auf Waiheke das jaehrliche Jazz-Festival statt, 5 Tage Jazz all day and night long. Roberta meinte, man koennte dort als Volunteer arbeiten und dafuer kostenlos in alle Konzerte. Gesagt getan, wir beide wurden Volunteers und ich hab Freitag und Samstag Tickets verkauft und konnte dafuer an jedem Tag auf's Festival. Es hat riesigen Spass gemacht, die Leute dort waren unheimlich nett. Ich habe viele Leute der Insel kennengelernt und ausserdem die Veranstalter des Festivals aus L.A. Und eine andere Anna aus Deutschland, die auch als Volunteer auf dem Festival war. Alle meinten, wir sehen auch noch gleich aus und verwechselten uns .

An einem anderen Abend war ich zum spiritual Cinema. Dort gab es erst interessante Kurzfilme und dann einen Liebesfilm, der in Seattle gespielt hat und "Expiration Date" hiess. Und gestern, zum Ostersonntag, war ich in der Kirche, der living waters Church. Eigentlich war es nur ein Raum in einem Haus am See. Es war eine interessante Erfahrung und nicht vergleichbar mit unseren Kirchen. Zuerst wurde sehr lange gesungen, Gospels und froehliche Lieder. Danach haben einige Gemeindemitglieder erzaehlt, was Ostern fuer sie persoenlich bedeutet. Zwischendurch riefen immer alle "Jesus' und 'thank you Lord". Dann wurde aus der Bibel gelesen, worauf am Ende der Pfarrer (der aus Holland kommt) und die meisten Leute der Gemeinde weinten. So etwas erlebt man bei uns doch sehr selten.

Auf der Insel waren auch einige Moenche aus Tibet zu Besuch, um an einem grossen Mandala aus Sand zu arbeiten. Nachdem sie es in dreimonatiger Arbeit fertig gestaltet hatten, wurde es letzte Woche in einer Zeremonie im hiesigen Marae (das ist die Versammlungsstaette der Maori) dem Meer zurueck gegeben. Ich habe mir den Anfang der Zeremonie angesehen, dann musste ich leider zur Arbeit gehen. Es ein tolles, farbenpraechtiges Mandala.

Gestern war der letzte Festival-Abend. Nach dem Konzert waren wir alle noch in einer Kneipe und haben mit den Band-Leuten getanzt. Ich habe auch noch einen netten Kiwi kennengelernt, vielleicht kann ich auf der Insel besuchen, denn eigentlich ware ich gerne noch dort geblieben .

Jetzt sitze ich wieder im Hostel in Auckland und erledige noch ein paar Dinge, bevor es dann morgen ganz hoch in den Norden, nach Pukenui geht, zum naechsten Abenteuer. Heute Abend wollen wir mit den L.A. Leuten zum Bar Hopping  hier in Auckland. Bin gespannt.

9.4.07 02:34

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


kathi (27.4.07 19:43)
Hallo Süße,

alles was du erzählst ist einfach zu schön... da bekomme ich richtig lust auch in einen flieger zu steigen und ab die post....


kathi (27.4.07 19:45)
vermisse dich hier und wünsche dir viel spaß weiterhin.
kuss
kathi

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen